Mindestlohn  für Pflege­kräfte: AWO Hamburg begrüßt Kommissions-Vorschlag

Hunderttausende Mitarbeiter sollen in den west­lichen Bundes­län­dern zunächst mindestens 8,50 Euro und dann stufenweise bis 2013 bis zu 9 Euro Stunden­lohn bekommen, in den östlichen Bundesländern ist ein Start mit 7,50 € und eine all­mähliche Erhöhung auf 8 Euro vor­gesehen. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen kann den Vorschlag nun per Rechtsverordnung verbindlich für alle Arbeitgeber vorschreiben. Für die FDP, die im Koalitionsvertrag ein Veto-Recht gegen neue Mindestlöhne durch­gesetzt hat, hat Gesundheitsminister Philipp Rösler signalisiert, einer Einigung im Pflegebereich nicht im Weg zu stehen. Der Mindestlohn wäre auch für ausländische Anbieter verbindlich.

 AWO-Landes­geschäftsführer Claus Gotha: „Unter den Anbietern am­bulanter und stationärer Pflege herrscht ein teilweise ruinöser Wett­bewerb, die Lohnspirale dreht sich dabei seit Jahren gefähr­lich nach unten." Der Mindestlohn helfe dabei, einen Unterbie­tungswettbewerb mit Dumping-Löhnen im Berich der Pflegehilfskräfte auszuschließen. Allerdings müsse man nun darauf achten, dass sich die Kranken- und Pflegekassen bei der Kostenerstattung nicht nur an dem Lohn für Pflegehilfskräfte orientierten, so Gotha.

 Der AWO-Bundesverband hat den Mindestlohn in der Pflege federführend auf den Weg ge­bracht: Der Arbeitgeberverband AWO Deutschland e.V. (AGV) und die Gewerkschaft ver.di hatten schon im vergangenen Jahr erreicht, dass der Pflegebereich in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz auf­ge­nommen wurde. Ab 2011 herrscht in der EU volle Arbeitnehmer­freizügigkeit, so dass auch ausländische Unternehmen Pflegeleistungen in Deutschland anbieten können. In der Pflege­kommission, die den Mindestlohn-Vorschlag erarbeitet hat, sind ver.di, die kommunalen und privatwirtschaftlichen Arbeitgeber sowie Diakonie und Caritas vertreten. Kommissions-Chef ist der langjährige AWO-Bundesvorsitzende Rainer Brückers.

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