Kinder planen das Jubiläumsfest – in der AWO-Kita Johanna-Kirchner-Haus

07.07.2017 - 12:45

Hier wird Mitbestimmung großgeschrieben: Demokratie leben, heißt mitbestimmen lassen. Dazu gehört es, Verantwortung abzugeben und zu vertrauen. Das wissen die Leiterin der AWO-Kita `Johanna Kirchner Haus´ (JoKi), Parsa Abdolmaleki und ihre Stellvertreterin sowie Leiterin des angrenzenden AWO-Eltern- und Kind-Zentrums, Katja Schreiber. Die Kita in Neuallermöhe-Ost feiert nachmittags am 7. Juli 2017 ihr 20-jähriges Jubiläum mit Eltern, Nachbarn, AWO-Mitarbeitenden und vielen Kooperationspartnern. „Wir haben uns bewusst entschieden, den Kindern die maßgebliche Planung der Spiele zu überlassen. Und sie haben das ganz toll gemacht!“ freut sich die Kitaleiterin, die selbst schon seit 20 Jahren hier ist. So können die Kinder am Jubiläumstag Seilziehen, Sackhüpfen, sich schminken lassen oder auf Hüpfburgen herumtoben. „Auch die 170 Einladungskarten haben die Kinder selbst gemalt! Es sind alles Unikate.“ fügt die Leiterin stolz hinzu.

„Kinderechte und Kinderschutz“ heißt das Projekt, das im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der AWO Hamburg dafür sorgt, dass Kinder und Jugendliche sich ihrer Rechte bewusst werden, diese auch wahrnehmen und so ihr Selbstbewusstsein stärken. 12 Rechte haben sie zusammen mit den AWO-Fachkräften in gemeinsamen Workshops im Jahr 2014 definiert und daraus ein eigenes Kinderrechtebuch entwickelt. Eines der Rechte, das in der Jubiläumskita in Augenhöhe der Kleinen hängt, heißt: „Ich darf an Entscheidungen mitmachen.“ Im JoKi haben die Kinder mit Murmeln an einem Wahltag in separaten Kabinen in geheimer Wahl dafür abgestimmt, welches der von ihnen vorgeschlagenen Spiele gewinnt.

Am 7. Juli geht es ab 14:30 Uhr auf dem riesigen, 2.500 m² großen Außengelände los: es wird gesungen, getanzt, gespielt und gegessen.  Wunschbänder können nach russischer Tradition an den Haselnussbaum gehängt werden. Die „Maxikinder“, also die Kinder, die nun in die Schule gehen, werden verabschiedet und die neuen Maxikinder begrüßt.

Im Johanna-Kirchner-Haus werden insgesamt 120 Kinder aus vielen verschiedenen Herkunftsländern betreut. Sie kommen aus Russland, Polen, Afghanistan, afrikanischen, arabischen und anderen Ländern. 40 von ihnen sind bis zu 3 Jahre alt, 80 bis zu 6-jährig. 8 von ihnen haben einen besonderen Förderbedarf. „Jedes Kind ist besonders und einzigartig. Wilde Kinder können plötzlich ganz liebevoll und fürsorglich sein, wenn sie mit einem etwas schwächeren Kind zusammentreffen“, beschreibt Katja Schreiber die AWO-Grundsätze von Toleranz und Solidarität.

Um die kleinen Menschen sorgen sich über 30 Mitarbeitende – Pädagogen, Erzieher, Mitarbeitende aus Verwaltung und Hauswirtschaft sowie ein Hausmeister. Rund die Hälfte von ihnen spricht neben Deutsch eine weitere Sprache perfekt. In der offenen Küche wird täglich frisch gekocht – regional, saisonal und gesund. Die Kinder können vom angrenzenden Kindercafé aus genau verfolgen, wie das Essen hergestellt wird und beispielweise lernen, woraus Fischstäbchen sind.

„Die Kinder in unserer kleinen Welt gut auf die große Welt vorbereiten – das ist unser Ansinnen“, betont Parsa Abdolmaleki. Hierfür geht es auch im Kitaalltag demokratisch zu: Jeden Vormittag können die Kinder des Elementarbereichs sich neu für zwei 45-minütige Angebote aus rund 8 verschiedenen Bereichen entscheiden. Wollen sie kreativ werden, sich bewegen, ausruhen, musizieren, spielen oder draußen herumtoben? Keine leichte Wahl. „Die Kinder üben so, sich bewusst für oder gegen etwas zu entscheiden, sich für eine bestimmte Zeit darauf einzulassen und ihre eigenen Erfahrungen damit zu machen“, beschreibt Katja Schreiber den Prozess. Dieser wird durch Impulse der AWO-Fachkräfte begleitet. Sie ergänzt: „Die enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist immer sehr wichtig.“

Alles in allem ist die AWO-Kindertagesstätte mit dem angrenzenden AWO-EKiZ ein Zentrum für Familien mit allen dazugehörigen Angeboten. Das ist ein Grund zu feiern.

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