Seit 90 Jahren im Einsatz für sozialen Fortschritt in der Hansestadt: AWO-Landesverband Hamburg feiert Geburtstag
Es war der 5. Dezember 1919, als sich das erste Mal alle in der Wohlfahrtsarbeit tätigen Hamburger Sozialdemokraten versammelten. Acht Tag später wurde auf Anregung der 40-jährigen Marie Juchacz, Mitglied des SPD-Parteivorstands und der Nationalversammlung, in Berlin der „Hauptausschuss der Arbeiterwohlfahrt“ ins Leben gerufen. Kurz danach gründete sich auch in Hamburg eine Ortsgruppe dieses Hauptausschusses – der Start einer Organisation, die heute zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege zählt.
90 Jahre AWO – zur vorgezogenen Geburtstagsfeier hatte der Vorstand und die Geschäftsführung des Landesverbandes rund 400 Gäste zur Feier ins Logenhaus an der Moorweidenstraße eingeladen. Dazu zählten Vertreter aus Politik, der Verwaltung und anderer Verbände, Mitarbeiter, Geschäftspartner sowie zahlreiche Mitglieder. Nach der Begrüßung durch Landesgeschäftsführer Claus Gotha und dem Vorstandsvorsitzenden Holger Kahlbohm schaute der ehemalige Erste Bürgermeister Henning Voscherau in seiner Festrede auf die Geschichte der AWO zurück. Dabei schilderte er auch seine ersten persönlichen Erlebnisse mit der Organisation, als er 1946 mit fünf Jahren in der zerstörten Stadt an der von der AWO mitorganisierten „Schwedenspeisung“ teilnahm, der Verteilaktion von 18.000 Portionen Suppe sowie Lebertran für die Kinder. Voscherau beendete seine Rede mit dem Wunsch, dass die AWO noch lange auf der Höhe der Zeit bleibe und Gutes bewirke.
Der designierte Landesvorsitzende der SPD Hamburg Olaf Scholz wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Geschichte der AWO zeige, dass nichts von selbst gekommen sei, sondern dass der Sozialstaat errungen werden musste. Scholz machte zudem deutlich, dass für den Sozialstaat ein Wechselspiel zwischen staatlichen Leistungen und ehrenamtlichem Engagement vonnöten sei: „Ohne die Ehrenamtlichen wäre die AWO nur die Hälfte wert, und wir werden ihr Engagement weiter brauchen.“
Nach dem Buffet ging die Feier richtig los – zunächst mit einem Stück der AWO-Theatergruppe „Die Zeitlosen“ aus Bergedorf, dann präsentierte ein Mitarbeiterchor der Landesgeschäftsstelle neben der traditionellen AWO-Hymne „Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ auch ein Geburtstagsständchen. Das Duo „Starlettes“ unterhielt das Publikum bestens mit verschiedenen Chansons und Tanzeinlagen, bevor es die Tanzfläche für die Gäste eröffnete, die bis in die Nacht hinein den Geburtstag feierten.
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